Das Weindesaster

Liebe Leser. Das Zuckerexperiment neigt sich dem Ende zu. Die letzten Wochen waren ja ganz in Ordnung – viel zu tun & zu werkln, darum lest ihr auch heute erst wieder von mir. Und es gibt auch einiges Neues im ZuckerFrei-Experiment:

Ich habe entdeckt, dass Freitage ohne Zucker & Schokolade nichts können. Woran es liegt? An mir & meinem Stresspegel, sowie an meinen altbackenen Gewohnheiten. Eindeutig. Steigt mein Stresslevel an (was Freitage bei mir wöchentlich hervorrufen), dann benötige ich dringend etwas Süßes. Zumindest ist dies in meinem Kopf hartnäckig abgespeichert. Obwohl ich über den Rest der Woche nicht klagen kann. Ich bin auch standhaft, wenn jemand vor meinen Augen genüsslich einen wunderbar süßen & lecker dekorierten Eisbecher verputzt oder diese zauberhaften Cupcakes. Es macht mir wahrlich nichts aus.

Was sich jedoch vor kurzem für mich als kleines Desaster heraus stellte – ist die Weinkonsumation.

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren, sagt man doch so schön. Und genau das habe ich mir vergangenes Wochenende auch gedacht. Eingeladen bei einer Feier, hatte ich wieder einmal Lust auf einen guten Weißwein. Rot ist ja nicht so meine Leidenschaft, aber ein gut gefülltes Glas Vino bianco kann meinem Gaumen schon ab & an Freude bereiten.

Generell sprach bisher nichts dagegen, Wein zu trinken, da dieser ein Naturprodukt ist und reinen Fruchtzucker enthält. Generell.

Denn nach dem ersten Glas wurde mir meine Illusion genommen. Zumindest zu einem kleinen Teil. So ganz ohne Zuckerzugabe dürfte es wohl kaum gehen – wie mir mit einem verschmitzten Winzerlächeln mitgeteilt wurde. Dabei wurde auch nicht so ganz ins Detail gegangen, aber in kurzer Erklärung kam man zu dem Schluss, dass es schon in Ordnung wäre, während einer Zuckerabstinenz ab & an Wein zu genießen. Doch was steckte nun hinter dem verschmitzten lächeln?

Gleich mal nachgeforscht kam ich zu zwei Schlagwörtern: Anreicherung & Weingesetz. Das Weingesetz besagt, dass es in manchen Ländern erlaubt ist, den entstandenen Most bei der Weinproduktion mit Zucker oder Traubendicksaft anzureichern, um einen höheren Alkoholgehalt zu erreichen.

Tja, da haben wir es wieder – ohne Zucker geht’s nicht. Wie schaut´s mit den Österreichischen Tropfen aus? Prädikatsweine & Kabinett dürfen laut Gesetz nicht angereichert werden. Dies gilt jedoch nicht für Qualitätsweine, denn hier darf dieser sehr wohl mit einer Süßreserve „verbessert“ werden.

Ob ich nun mit einer Süßreserve in Berührung kam? Wahrheitsgemäß kann ich es nicht sagen, da ich davon ausging, dass Weine dank natürlichem Zucker gesüßt sind. Jedoch wurde mir erklärt, dass sich der angereicherte Zucker in Ethylalkohol verwandelt und sich somit verflüchtigt. Dies zu wissen, hat mein Gewissen doch etwas beruhigt, denn nach dem Genuss des hervorragenden Weißweines & dem neu gewonnen Wissen war ich doch etwas beunruhigt, ob ich mein Projekt gefährdet habe.

Letzten Endes kann ich sagen – man lernt nie aus und Zucker wird einfach immer allgegenwärtig sein. Kling komisch, is(s)t aber so!

Eure Daniela